Linachtalsperre Vöhrenbach
Linach Ausleitung 1998-2006
Stromproduktion
Technische Daten
Fotos zur Reaktivierung
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Strom-Boje Mittelrhein

Fotos zur Reaktivierung

Im Jahr 1998 liefen die Arbeiten zur Reaktivierung der Wasserkraftanlage Linach. In einem ersten Schritt wurde die Stromerzeugung wiederhergestellt - noch ohne die Nutzung der Staumauer. Die Firma Franz Heitzmann Wasserkraftanlagenbau in Rottweil war für die Koordinierung und Ausführung verantwortlich.

Der Ausschuss Technische Betriebsführung hat die Arbeiten begleitet. Wilfried Heizmann - ebenfalls im Technischen Ausschuss - hat die vielen Arbeitsschritte in Bildern festgehalten, von denen wir Ihnen einige zeigen wollen.

Da kein Aufstau erfolgte, musste das Wasser durch einen Ausleitungskanal dem Stollenmund zugeleitet werden, daher die umfassenden Arbeiten im Staubecken.



Das Staubecken vor Beginn der Arbeiten, fotografiert von der Aussichtsplattform der Talsperre

Arbeiten am Staubecken

Das Staubecken vor Beginn der Arbeiten, fotografiert von der Aussichtsplattform der Talsperre



das fertiggestellte Einleitungsbauwerk

Rechts das fertiggestellte Einleitungsbauwerk. Die Öffnung unten ist der Grundablass des späteren Ausleitungskanals. Im Hintergrund, ungefähr in der Mitte des Bildes, steht eine Betonbrücke mit einer Traglast von bis 30 Tonnen. Sie ist notwendig um später bei Renovierungarbeiten mit schwerem Gerät zur Wasserseite der Talsperre zu gelangen.


Nahaufnahme des Einleitungsbauwerkes

Nahaufnahme des Einleitungsbauwerkes. Vor der Öffnung des Grundablasses liegt eine Sandfangmulde, sie soll das Eindringen von Sand in den Stollenmund vermeiden.



Ausleitkanal bei Beginn der Grabungsarbeiten

Ausleitkanal bei Beginn der Grabungsarbeiten



Die ersten Badegäste

Die ersten Badegäste


Der fertiggestellte Ausleitungskanal

Der fertiggestellte Ausleitungskanal.
Auf dem Einleitungsbauwerk ist der hydraulische Rechenreiniger fertig installiert. Gegenüber sieht man das Gestänge des Grundablassschiebers.


Am Wehr erfolgt die Wasserentnahme aus der Linach

Am Wehr erfolgt die Wasserentnahme aus der Linach


Der Stollen

Der Stollen

Im 315 m langen Stollen, der im Venturihaus endet, waren keine größeren Renovierungsarbeiten notwendig. Er wurde beim Bau der Anlage 1922 in den massiven Felsen gesprengt und anschließend mit Beton ausgespritzt. An einigen Stellen wurden bei der Reaktivierung Löcher im Spritzbeton ausgebessert und bei Hochwassern in den Stollen geschwemmtes Geröll mußte entfernt werden.


Das  Venturihaus
Heiner Demattio bei Renovierungsarbeiten

Das  Venturihaus   ist benannt nach dem italienischen Erfinder Venturi (1746 - 1822 ), bzw. nach seiner Erfindung, dem Venturirohr. Mit dessen Hilfe wurde ursprünglich die Durchflußmenge in der Rohrleitung gemessen. An dessen Stelle wurde bei der Reaktivierung ein Ultraschallgerät eingebaut. Übersteigt die Durchflußmenge, z.B. auf Grund eines Rohrbruchs, einen bestimmten Wert schließt eine ebenfalls im Venturihaus eingebaute Drosselklappe automatisch. Weiterhin ist im Venturihaus der Übergang vom Stollen zur Rohrleitung.


Die Rohrleitungen des Venturihauses           /      Der später im Venturihaus eingebaute Schieber
Die Rohrleitungen des Venturihauses / Der später im Venturihaus eingebaute Schieber

Die Hangrohrleitung

 

Die ursprünglich unterirdisch verlegte Hangrohrleitung bestand aus einer eisenbetonummantelten Holzrohrleitung mit einer Nennweite von einem Meter und einer Länge von 1665 Metern.

Vorteil von Holz ist ein um ca. 20% niedrigerer Reibungskoeffizient im Vergleich zu einem Eisenrohr. Ausschlaggebend war jedoch der große Waldreichtum der Stadt Vöhrenbach, Holz war in großen Mengen preisgünstig vor Ort vorhanden.
Bedauerlicherweise wurde beim Zusammenbau der Leitung aufgrund des Zeitdruckes nicht sachgemäß vorgegangen. Die Folge waren eine große Anzahl an Leckagen. Damals war die Hangrohrleitung nicht wie im derzeitigen Zustand so gut wie drucklos, sondern sie mußte dem Druck des Stausees standhalten, ca. 2,5 bar. Es existiert ein Lageplan der Hangrohrleitung vom damaligen Kraftwerksleiter Grüninger aus dem Jahre 1947 in dem über 20 Leckstellen eingezeichnet sind. Reparaturen waren, da die Leitung unterirdisch verlegt war, seh<b<r umständlich. Der Wasserverlust betrug zeitweise bis zu 1/3 der Durchflußmenge.

Die Hangrohrleitung
Schachtdeckel der alten Hangrohrleitung / Neue Hangrohrleitung aus 1951
Bei der Reaktivierung wurden die an der Oberfläche stark erodierten Lager ausgebessert

Die restlichen 1064 Meter der Hangrohrleitung wurden 1955 ebenfalls durch eine Stahlrohrleitung ersetzt. Der Durchmesser der Leitung beträgt 1,20 Meter. Gelagert wird dieser Teil der Hangrohrleitung an Festpunkten und Rollenlagern. Die Festpunkte wurden an den Kurven der Rohrleitung angebracht. Die Rollenlager befinden sich auf den geraden Teilstücken der Rohrleitung. Zusätzlich wurden dort die sogenannten Stopfbüchsen eingeschweißt. Sie dienen der Kompensation des Dehnungsausgleiches. Funktion: ein Rohr mit einem etwas kleineren Durchmesser läuft in einem Rohr mit einem größeren Durchmesser. Abgedichtet wird die „Stopfbüchse“ mit einer umlaufenden und einem Flansch zusammengedrückten Fettschnur.


Stopfbuchsen
Bei der Reaktivierung mußten die nach fast 30 Jahren Stillstandszeit festgerosteten Stopfbuchsen aus der Rohrleitung herausgetrennt, gangbar gemacht und wieder ein- geschweißt werden.

Hangrohrleitung
Wie im ersten Teil der Hangrohrleitung mußten auch hier die Lager aufgrund der Oberflächenerosion ausgebessert werden. Durch den nicht mehr funktionsfähigen Dehnungsausgleich wurden die Lager teilweise aus ihrer Verankerung gerissen.

An dieser Stelle war die Hangrohrleitung durch einen Felssturz stark beschädigt worden. Das beschädigte Stück mußte herausgetrennt und ersetzt werden. Es liegt heute beim Turbinenhaus des Wasserkraftwerkes.


Schieberhaus

Im Schieberhaus endet die Hangrohrleitung und beginnt die Fallrohrleitung. Die beiden Rohrleitungen werden durch einen Schieber getrennt. Zusätzlich ist im Schieberhaus ein Entlüftungsventil (der „Pils“ auf der Rohrleitung) eingebaut.


Fallrohrleitung
Die Fallrohrleitung geht im Keller des Turbinenhauses in das Verteilerrohr über.

Das Turbinenhaus

Das Turbinenhaus

 

Das ursprünglich eingebaute Verteilerrohr stammte, wie die Fallrohrleitung, aus den 20er Jahren und war ebenfalls genietet und verschraubt.


Verteilerrohr und die Saugrohre der Francisturbinen
Das alte Verteilerrohr und die Saugrohre der Francisturbinen mußten aufgrund der schon weit fortgeschrittenen Korrosion erneuert werden. Auf dem Verteilerrohr befinden sich die Abgänge zu einzelnen Turbinen. Das Verteilerrohr läuft, um Fließgeschwindigkeit und Druckverhältnisse durchgehend konstant zu halten, nach dem ersten Abgang nach vorne hin konisch zu.

Schieber zwischen Verteilerrohr und Turbinen

Zwischen Verteilerrohr und den Turbinen sind jeweils Schieber eingebaut. Sie nehmen den Wasserdruck  nach Abschalten der Turbinen auf und entlasten diese. Auf dem Bild sieht man einen alten Schieber. Über ein Gestänge und des am Ende angebrachten Winkeltriebes konnte er vom Turbinenraum aus betätigt werden.


Die neuen Schieber

Die neuen Schieber, im Bild schon auf den Abgang zur Turbine aufgeflanscht, sind bauartbedingt wesentlich kleiner. Darüber befindet sich ein Wellrohr, daß die Vibrationen zwischen Fallrohr / Verteilerrohr und den Turbinen dämpft. Links davon sieht man das untere Ende eines noch nicht fertig eingebauten Saugrohres. Unterhalb dieses Raumes befindet sich der Ablaufkanal des Kraftwerkes. Die Saugrohre müssen bei diesem Turbinentyp mit dem unteren Ende vollständig im Wasser des Ablaufkanales eingetaucht.


Die Anlage im Untergeschoss
Die Anlage im Untergeschoss im betriebsfertigen Zustand.

Zu Beginn des Kraftwerkbetriebes waren 3 andere Turbinen eingebaut. Links eine Peltonturbine, in der Mitte und rechts Francisturbinen. 1937, 1940 und 1942 wurden die alten, verschlissen Turbinen gegen die heute noch installierten Voith – Francisturbinen ausgetauscht.

Peltonturbine/ Francisturbinen
Die ursprüngliche Maschinenanordnung (von links nach rechts): Über eine Welle waren Turbine, Schwungrad, Synchrongenerator und Erregermotor miteinander verbunden. Zwischen Turbine und Schwungrad steht der riemengetriebene und über Fliehkraft geregelte Geschwindigkeitsregler.

Francisturbine

Hier ein Blick ins Innere einer geöffneten Francisturbine.
Die Funktion: Das von unten in die Turbine drückende Wasser durchströmt das Leitwerk und trifft radial auf das Laufrad. Im Laufrad, das ähnlich einer Spirale leicht gewendelt ist, wird das Wasser in achsiale Richtung umgelenkt, wo es dann über ein auf dem Bild fehlenden Winkelrohr in das Saugrohr abfließt. Durch das auf dem Bild geschlossene Leitwerk wird die Wasserdurchflußmenge und damit die erzeugte Leistung geregelt.


Bei der Reaktivierung wurden zunächst die Turbinen vom Rest der Maschinenanordnung getrennt, vollständig zerlegt und anschließend sandgestrahlt.

Franz Heitzmann und seine Leute bei der Arbeit. Im Vordergrund auf den Lagerböcken die neuen Lager. Die ölgeschmierten und wassergekühlten Weichmetallgleitlager wurden gegen Wälzlager ausgetauscht.


Die neuen Wellen und Lager mußten an die Position der Turbinen angepaßt werden.
Im Vordergrund, auf dem Fundament an- geschraubt, steht das Hydraulikaggregat, welches das Leitwerk über Gestänge, Wellen und Hebel verstellt.


Die neue Maschinenanordnung

Die neue Maschinenanordnung:
Die Turbine und der Generator sind nicht mehr auf der gleichen auf einer Welle, sondern der Generator wird über einen Riemen angetrieben. Grund hierfür ist, daß so bei einem Wiedereinstau des Stausees die Einheiten leichter an die geänderten Druckverhältnisse angepaßt werden können, es müssten dann lediglich die Riemenscheiben ausgetauscht werden.

 

 

 

 

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